15 Jahre AxSun - Ein Interview

AxSun - Interview Axel Skuthan

Interview mit Axel Skuthan zum Thema Solarmodul-Produktion in Deutschland

 

Das Interview wurde mit Geschäftsführer Axel Skuthan anlässlich des 15-jährigen Firmenbestehens der AxSun Solar GmbH geführt.

Von Manfred Gorgus

 

M. Gorgus: Herr Skuthan, die AxSun produziert seit 2008 als mittelständisches Unternehmen Module in Deutschland. Man ist versucht zu sagen – immer noch, denn viele deutsche Modulhersteller gibt es nicht mehr oder wurden von asiatischen Herstellern aufgekauft. 2018 hat der letzte große Modulhersteller Solarworld Insolvenz angemeldet. Die Schuld wurde den asiatischen Mitbewerbern mit ihren niedrigen Preisen gegeben. Wie hält sich die AxSun am Markt?

Axel Skuthan: Also erst mal „halten wir uns nicht am Markt“, bei uns steigt die Nachfrage und zwar so, dass wir uns richtig anstrengen müssen im gewünschten Zeitraum liefern zu können. Wir stellen fest, dass Made in Germany, Made in Oberschwaben und die Marke AxSun sehr gefragt ist, mit steigender Tendenz.

 

 

M. Gorgus: Was machen Sie anders als eine Solarworld?

Axel Skuthan: (lacht) Wir sind ein mittelständisches Unternehmen aus Oberschwaben. Wir sind bodenständig, beweglich und kümmern uns um unsere Kunden. Wir sorgen dafür, dass bestellte Ware zeitnah in guter Qualität ausgeliefert wird und dass der Service stimmt und machen um das Ganze wenig Aufheben. Wir tun einfach unsere Arbeit und versuchen dabei nahe am Kunden zu sein.

 

M. Gorgus: Wer ist die AxSun Zielgruppe?

Axel Skuthan: Wir produzieren in Oberschwaben und die meisten unserer Kunden kommen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wir sind zwar auch international unterwegs, halten uns aber von den Preisschlachten  im Billigsegment fern.

 

M. Gorgus: Welche Trends können Sie beobachten?

Axel Skuthan: Generell kann man sagen, dass sich das Qualitätsbewusstsein bei Installateuren und auch bei Endkunden deutlich erhöht hat. Das mag damit zu tun haben, dass nun nach vielen Jahren ausreichend schlechte Erfahrungswerte mit Billigprodukten aus Fernost da sind. Die Betreiber haben gesehen, dass Photovoltaikanlagen langfristige Investitionen sind und Sicherheit und Vertrauen eine große Rolle spielen. Weiter sehen wir einen deutlichen Trend zu optisch ansprechenden PV-Anlagen. Die Nachfrage bei premium black Modulen stieg die letzten Jahre deutlich an. Eine große Rolle spielt dabei für uns die wachsende Begeisterung für Indachsysteme. Hier sind wir sehr stark und bieten, im Gegensatz zu Mitbewerbern, mehrere unterschiedliche Modulgrößen an, damit der Installateur höchste Flexibilität bei der Dachgestaltung hat.

 

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Axel Skuthan - Geschäftsführer der AxSun Solar GmbH & Co. KG

 

M. Gorgus: Warum kaufen Kunden bei AxSun?

Axel Skuthan: Wir haben Ende 2018 eine Umfrage bei unseren Kunden erstellen lassen. Daher wissen wir, dass AxSun Module überall dort eingesetzt werden, wo Qualität gefordert ist, der Service stimmen muss und Produkte aus der Region gewünscht sind.  Der Preis hat bei nur ganz wenigen Umfrageteilnehmern überhaupt eine Rolle gespielt. Unsere Kunden aus der DACH Region arbeiten schon viele Jahre mit AxSun, sie kennen unsere Produktphilosophie und unsere Fertigung in Laupheim.

 

M. Gorgus: Heißt das AxSun Module werden vor allem im Einfamilienhausbereich eingesetzt?

Axel Skuthan: AxSun Module werden in der Landwirtschaft, im Gewerbe und bei privaten Photovoltaikanlagen eingesetzt. Es kommt immer darauf an, welche Prioritäten der Endkunde setzt. Geht es nur um „Hauptsache billig“, dann ist AxSun der falsche Partner. Ist es Langlebigkeit, Qualität und gute Optik, dann sind AxSun Module immer die richtige Option.

 

M. Gorgus: Stimmt es, dass die AxSun als Installationsunternehmen in den Photovoltaikmarkt gestartet ist?

Axel Skuthan: Ja, das stimmt. So haben wir 2004 angefangen, bevor wir 2008 unsere eigene Modulfertigung gestartet haben. Von diesem Installationsgeschäft haben wir uns aber 2015 getrennt und konzentrieren uns nur noch auf die Modulfertigung.

 

M. Gorgus: Wie kommt man als Installateur auf die Idee, selbst PV-Module herzustellen?

Axel Skuthan:  Die Entscheidung selbst zu produzieren kam zum einen, weil wir uns damit eine zuverlässige Lieferquelle erschließen konnten, zum anderen weil wir wussten, welche Modulqualität wir erhalten. Photovoltaikmodule sehen von außen alle erst mal gleich aus. Die Unterschiede in der Qualität zeigen sich erst bei genauer Untersuchung mit Thermografie, Elektrolumineszenzprüfung (Durchleuchtung der Module), oder nach Jahren im Betrieb. Wir untersuchen und testen regelmäßig Module am Markt und sind überrascht, was wir bei diesen Untersuchungen finden – oder eben auch nicht finden und eigentlich da sein sollte...

 

M. Gorgus: Was meinen Sie?

Axel Skuthan: Bei unseren Vergleichstests mit Modulen von Mitbewerbern aus Billigproduktionen, erleben wir Zellbrüche, multiple Haarrisse in Zellen, den Einsatz von dünnen Rückfolien bis zu schlecht verarbeiteten Rahmen und Anschlussdosen. Auch haben wir dabei erleben müssen, dass tatsächlich dünneres Frontglas verwendet wird als im technischen Datenblatt angegeben ist.

 

M. Gorgus: Bei AxSun ist das anders, keine Zellbrüche, sauber verarbeitete Rahmen, usw.?

Axel Skuthan: Wir produzieren in Süddeutschland, genauer gesagt in Oberschwaben. Unsere Kunden sitzen in Reichweite. Es gäbe uns nicht mehr, wenn wir schlechte Qualität liefern würden. Bei uns ist es schon eine Katastrophe, wenn wir 7 Tage später liefern als üblich, wenn die Nachfrage gerade anzieht. Unsere Produktion ist auf Qualität ausgerichtet.

 

M. Gorgus: Seit Januar produziert AxSun nur noch 5 Bus-Bar Module. Die Umstellung kam relativ spät, andere Hersteller bieten die Technik seit 2018 an. Warum erst jetzt bei AxSun?

Axel Skuthan: So eine Umstellung ist immer mit viel Aufwand verbunden und eine kleine Herkulesaufgabe. Natürlich bringt 5 Bus-Bar mehr Leistung, aber wir wollen die Technik nicht nur haben, wir wollen sie auch so einführen, dass sie in unser gesamtes Qualitätsmanagement passt. Das hat etwas länger gedauert.

 

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AxSun HIGHPOWER Module AX M-60 3.2 performer mit 315 Watt und moderner 5 Busbar Technologie

 

M. Gorgus: Eine Spezialität von AxSun sind die sogenannten  Sondermodule nach Kundenwunsch, was hat es damit auf sich?

Axel Skuthan: Wir finden, dass Photovoltaik nicht nur Strom liefern muss, sie muss auch gut aussehen. Um ein harmonisches Bild auf dem Dach zu erzeugen haben wir deshalb 2012 angefangen Modulelemente zu fertigen, die Lücken schließen. Damit können Photovoltaikanlagen auf fast allen Dächern so installiert werden, dass die Anlage optisch der Dachform angepasst werden kann. So können Walmdächer vollflächig mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet werden, ohne dass eine Treppenform an den Anlagenrändern entsteht.

 

M. Gorgus: Diese Sondermodule liefern aber keinen Strom, oder?

Axel Skuthan: Unsere Sondermodule werden zwar aus echten AxSun Modulen mit Rahmen, Zellen, Glas, und Folie hergestellt, sie liefern jedoch meistens keinen Strom. Funktionierende Sondermodule herzustellen ist prinzipiell bei uns möglich, dies ist aber aufwändiger und teurer. Mit unserem Weg, echte Module, aber ohne Funktion, haben wir einen guten Kompromiss zwischen attraktiver Optik und Wirtschaftlichkeit gefunden.

 

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Colored PV - Farbige Fassadenmodule

 

M. Gorgus: Wenn wir gerade bei der Optik sind, Ihr nächster Coup sind farbige Module für die Fassade!

Axel Skuthan: Ja, das hatten wir im Januar kurz angekündigt. Wir entwickeln Fassadenmodule in bekannter AxSun Qualität, die je nach Kundenwunsch in unterschiedlicher Farbe hergestellt werden.

 

M. Gorgus: Werden das eingefärbte Zellen sein oder ist es das Deckglas und gibt es Leistungsverluste durch die eingesetzte Farbe?

Axel Skuthan: Wir verwenden tatsächlich farbige Zellen. Zum einen, weil wir so die Modulleistung nachhaltig gestalten können und zum anderen, weil die Farbe unter Glas in den Zellen eingearbeitet und geschützt ist.
Zum zweiten Teil Ihrer Frage - ja, die Modulleistung wird durch die Farbe herabgesetzt. Die Leistungsreduzierung bewegt sich in einem sehr akzeptablen Bereich von 4 bis 10 Prozent. Das ist abhängig von der jeweiligen Farbe und der Tönung.

 

M. Gorgus: Wie kam es zur Idee der Fassadenmodule?

Axel Skuthan: Vom Sondermodul für Dachanlagen zur Fassade, ist es gedanklich nicht so weit, finden wir. Die Vorstellung Gebäude in farbige Photovoltaik einzukleiden, die zum einen gut aussieht und zum anderen auch noch sauberen Strom produziert, finden wir sehr attraktiv.

 

M. Gorgus: Ab wann werden wir die Fassadenmodule am Markt sehen?

Axel Skuthan: Wir stellen sie auf der Intersolar 2019 vor.

 

M. Gorgus: Herr Skuthan, wir bedanken uns für dieses Gespräch.

Axel Skuthan: Sehr gerne.

 

Axel Skuthan - Der gelernte Maschinenbau-Techniker ist seit über 25 Jahren in den erneuerbaren Energien tätig. Seit 2004 leitet er die Firma AxSun Solar mit dem Ziel, dem Markt qualitativ hochwertige PV-Lösungen für Dach und Fassade anzubieten.

 

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Kundenstimmen

 

Wir sind Axsun Partner weil

  • wir nur deutsche Produkte einsetzen und auf hohe Qualität setzen,
    da die Produkte über 20 Jahre der Witterung ausgesetzt sind
  • Den direkten persönlichen Kontakt zu Ansprechpartner schätzen
  • Axsun mit deutschen Umweltkriterien herstellt
  • Die Wertschöpfung im Land bleibt
  • Kurze Reaktionszeiten gegeben sind
  • Wir auf Sonderlösungen wie die Indachsysteme setzen

 

Daniela Morlock
heitec solar GmbH, Königsbach-Stein

                   

AxSun - Deutsche Module mit Charakter


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